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Improvisationsstudien  
 
Artist: Philippe Micol
 
Album: Improvisationsstudien
 
Katalog Nr: UTR 4092
 
Releasedatum: 01.06.1996
 
Albumdauer: 71:44
 
Line-Up: Evan Gallagher âEUR" Tasten, Sampler
Fred Lonberg-Holm âEUR" el. Cello
Philippe Micol âEUR" Ss, Bscl
 
Credits: Alle Solos wurden am 6. und 7. Januar 94 im Studio Excello, Brooklyn NY, aufgenommen, das Trio am 14. Dezember 93 im Studio East Side Sound, NYC.
Toningenieur: Jan Rosenberg
Endmix und Mastering am 27., 28. und 29. April 95 durch Adriano Tosetto, Audio Works, Looslistr. 15, CH-3027 Bern
 
Liner Notes: Intervallstudie, Klangstudie und Pulsstudie
Gehören Studien nicht in die private Mappe des Künstlers? Die er zuschlägt, wenn jemand den Raum betritt und in der die kleinen Inspirationen des Alltags skizziert sind, die dann mit Glück später einmal zum Werk wachsen? Die erst öffentlich werden, wenn sie Fragen beantworten können, die das Werk offen lässt? Nicht in einer Kunstform wie der freien musikalischen Improvisation, die die starren Grenzen des abgeschlossenen Werkbegriffs nicht beansprucht, sondern Prozess und Wandel gleichberechtigt neben Struktur und Intervall stellt. Ihr Problem, in diesem offenen Raum ein Gleichgewicht zu finden, Zeichen und Syntax nicht nur immer neu zu erfinden, sondern auch gleich die Poesie dazu, ist Micols Thema, und die Studie ist die angemessene Form. Solo, im vierfachen Overdub mit sich selbst oder im Trio mit Evan Gallagher (Keyboards) und Fred Lonberg-Holm (elektrifiziertes Cello) erforscht der Berner Bassklarinetten- und Saxophonvirtuose metrische, melodische und klangliche Parameter isoliert und in kalkulierter Kombination. Die formelhaften Kompositionen, ihr mathematisches Kalkül, deren er sich dabei bedient âEUR" also: eine paradoxe Methodik âEUR" erweisen sich dabei als fruchtbare Grundlage für Improvisationen voller Reichtum an Klangfarben und rhythmischer und melodischer Erfindung. Die Grenzen der Form, die eine Komposition der Improvisation augenscheinlich setzt, werden von den Musikern immer wieder topologisch umgedeutet, transformiert, gespiegelt, gedehnt, gestaucht und zur Selbstoszillation gebracht, bis die Form selbst ihre Geheimnisse preisgibt, ohne ihre Gestalt aufzugeben. Spätestens bei der Simultanversion für Trio von "Intervallstudie", "Klangstudie" und "Pulsstudie" gerät der Begriff der Studie zum augenzwinkernden Understatement, wird alles Private und trocken Akademische, das ihm anhaftet, von den Musikern spielerisch und vergnügt unterlaufen. Die "Improvisationsstudien" sind damit zu einem seltenen Hörerlebnis geworden, einer Entdeckungsreise für den Hörer, die ihn lange fesseln und beschäftigen wird.
© 1996 Hans-Jürg Rüdiger
 
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