unit records
//Home   //About   //Katalog   //Konzertdaten   //Links   //kontakt  English
 
//katalog  //Uepsilon
Head in the clouds  
 
Artist: Uepsilon
 
Album: Head in the clouds
 
Katalog Nr: UTR 4002
 
Releasedatum: 01.01.1983
 
Albumdauer:
 
Line-Up: Jürg Solothurnmann âEUR" Soprano, Alto & Tenor Saxes
Jürg Ammann âEUR" Acoustic & Electric Piano
Michel Poffet âEUR" Contra & Electric Bass
Jürg Lehmann âEUR" Drums, Percussion
 
Credits: All compositions by Jürg Solothurnmann (SUISA)
Except "Air-Way" by Jürg Ammann (SUISA)
Recording & digital mixing by Stephan Glutz at Masters Tonstudio, St. Gallen, in August 1983
Produced by Jürg Solothurnmann
 
Liner Notes: In mancherlei Beziehung ist improvisierte Musik âEUR" und besonders der ausdrucksstarke Jazz âEUR" ein Abbild des Lebens. Wir befinden uns hier sozusagen nur auf der Durchreise, und unterwegs verwandelt sich alles Wahrnehmbare dauernd in Form, Grösse und Beziehung zueinander âEUR" das eine schnell, das andere langsam. Alles ist relativ, und jede Existenz, auch der Klang, hat ihre Zeit, ihr Tempo und ihren Rhythmus. Sogar die Alpen sind nicht ewig, und der Felsblock, der als Denkmal für kommende Generationen aufgerichtet wird, verwittert und verändert sich unmerklich.
Diesen Fluss der Zeit drückt improvisierte Musik besonders deutlich aus. Alle Momente âEUR" grosse und unerhebliche âEUR" vergehen unwiederholbar, während ständig neue herbeieilen. Es gibt keine endgültige, perfekte Darbietung, nur eine schier endlose Vielfalt von unterschiedlichen Versionen, die je nach Weltanschauung des Hörers verschieden aufgenommen werden. Als Spieler kann man lediglich versuchen, sich jederzeit so ehrlich und klar wie möglich auszudrücken.
Ã"hnlich wie das Leben enthält improvisierte Musik ein dauerndes Risiko. Sie wirkt deshalb wie ein endloser Lernprozess: man muss fortwährend auf momentane Spielsituationen reagieren, wodurch wieder neue Konstellationen mit neuen Alternativen entstehen. Auch unmittelbar vor seinem Tode war Coleman Hawkins vermutlich noch nicht fertig mit "Body and Soul", dem Thema, das ihn 30 Jahre zuvor berühmt gemacht hatte.
Improvisierte Musik beinhaltet etwas Provisorisches, und oft weiss man als Spieler nicht was man sucht bis man es gefunden hat. Mit ihren Alternativen ist Improvisation für mich auch ein ständiger Versuch, dieses Leben zu bewältigen. "Wie wäre es wohl, wenn man jeden Fehler nur einmal machte und danach im restlichen Leben nie mehr...?" fragte jemand während diesen Aufnahmen. Aber: kommt der genau gleiche Fehler âEUR" die selbe falsche Reaktion in der genau gleichen Situation âEUR" überhaupt wieder. Man hat zwar viele Chancen, aber nie wieder die gleiche.
"Head in the Clouds âEUR" (Feet on the Ground)" ist die zweite LP mit der Gruppe UEPSILON (l.Platte: "From to Beyond", Zytglogge Records ZYT 234). Sie repräsentiert etwas von unserer heutigen Situation, so wie eine Momentaufnahme einen kleinen Ausschnitt macht aus einer Summe von Möglichkeiten und Bewegungen.
Vom ersten Anhören an hat mich Albert Aylers (und Coltranes) Musik immer wieder beschäftigt. Aylers innerer Drang, seine Botschaft mitzuteilen, war so stark, dass sie sich über alles hinwegsetzte. Er ist einer der vielen, die der westlichen (rationalen) Kritik ins offene Messer lief, weil er keinen ästhetischen Konventionen folgte wie beispielsweise (bereits "gefundene") "Form" oder ausgefeilte Instrumentaltechnik. Ich bewundere Ayler wegen der ungefilterten Wahrhaftigkeit seines Ausdrucks. Sie wirkte wie eine ekstatische Umarmung, die alle Gegensätze und geistige Begrenztheit überwindet.
Jürg Ammanns Stück kann als Beispiel dienen, wie sehr sich improvisierte Musik verändert. Durch häufiges Spielen hat sich "Air-Way" uns angepasst wie der Holzgriff eines persönlichen Werkzeugs oder wie sich zwei Lebenspartner anpassen. Vom ursprünglichen AABA-Thema sind nur noch die eigenwilligen "rhythm changes" des A-Teils (hinter dem Sopransax-Solo) übriggeblieben und die Melodie von B am Soloende. Alles andere ist offen, aber gleichzeitig ein Ergebnis der dauernden Auseinandersetzung mit dem Entwurf.
"Time Unit" ist ein Versuch, eine Improvisation nicht auf einem Akkordschema aufzubauen, sondern auf einem unregelmässigen Rhythmuszyklus. Vor dem Erscheinen des Themas wird er im Schlagzeugsolo "geboren", löst sich in den anschliessenden Soli allmählich auf und erscheint nochmals am Schluss.
"Plains" entstand als eine Impression weiter kahler Hochebenen im Gebirge. Und "Limp Dance" ist von der lustigen Weise angeregt, in der mein kleiner Sohn zu Musik mit starkem Puls tanzt.
Jürg Solothurnmann
 
Links:
 
 
 
Album kaufen und hören bei:
 
Das Album ist momentan noch nicht im Onlinehandel erhältlich.
Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf.
 
« zurück zur Übersicht