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Silent Surface  
 
Artist: Luigi Archetti & Jan Schlegel
 
Album: Silent Surface
 
Katalog Nr: UTR 4138
 
Releasedatum: 01.02.2003
 
Albumdauer: 53:12
 
Line-Up: Luigi Archetti âEUR" guitar, electronics
Jan Schlegel âEUR" bass, electronics
 
Credits: Music by: Luigi Archetti, Jan Schlegel
Recording: 1998âEUR"2002
Mix by: Jeroen Visser, fishing bakery labs, 2002
 
Liner Notes: Zeitlupengeschichten in Lichtgeschwindigkeit
In einer Umgebung, in der die akustischen Zeichen der Zeit immer mehr auf Sturm stehen, in der man allerorten mit lautem Gestikulieren und Poltern der oberflächlichen Aufmerksamkeit willen zugemüllt wird mit Mogelpackungen voller Lärm und bedeutungsloser Selbstdarstellung, ist es mehr als nur wohltuend, das Angebot zu bekommen, die Hand ans Ohr zu halten und einfach zu lauschen.
«Silent Surface» âEUR" und damit ist Oberfläche und nicht Oberflächlichkeit gemeint âEUR" von und mit Luigi Archetti (Gitarre, Electonics) und Jan Schlegel (Bass, Electronics) ist definitiv Zuhörmusik. Man darf nicht ungeduldig auf sie zugehen, geschweige denn drängeln. Das wäre fatal. Man soll und muss warten, ihr schon fast geduldig auflauern. So wird man auf die Probe gestellt und in Zurückhaltung geschult.
Nicht ganz einfach, nicht ganz selbstverständlich. Wenn aber, dann aber eröffnet sich einem eine Klangwelt von feinster Raffinesse âEUR" frei von jeglichem falschen Pathos. Einerseits feierlich und beschwörend, andererseits hochsensibel porös kommt sie einem näher. Und wenn wir dann ihren Atem an unserem Ohr spüren, wenn sie uns ihr Geheimnis einhaucht, das wir mit niemandem teilen möchten, erkennen wir in der Intimität des Augenblicks gleichzeitig wieder die Weite und Grosszügigkeit, die in dieser Musik steckt.
Es offenbaren sich dann bisher ungekannte Klänge, die wie wolkige Aquarelle auf grobfaserigem Papier ausfliessen, und rhythmische Strukturen, die sich als scharf gestochene Linien ins Kupfer unseres musikalischen Gewissens stechen. Das knorrige Knurren des Basses, das ziselierte Zirpen der Gitarre (und eben: nicht überraschenderweise auch umgekehrt), ausladende Flächen und minuziöse Miniaturen, irisierende Reibungen und wohlwollende instrumentale Gesten, dies alles und vieles mehr breitet sich in unserem Gehörgang aus und erzählt Zeitlupengeschichten in Lichtgeschwindigkeit.
Das braucht Vertrauen. Das muss gelernt sein, da kann man als Musiker nicht einfach so daherkommen und mit teurer und glänzender Elektronik bluffen (man kann schon âEUR" aber eben...). Da stecken Jahre der Erfahrung und des gemeinsamen Zusammenspiels dahinter. Denn gutes, abgeklärtes Handwerk vermag hinter der Perfektion der Schlichtkeit zurückstehen. Genügsamkeit und Willensstärke, weise Zurückhaltung und bewusst feste Schritte nach vorne, Ostinato und Crescendo: Das sind die Pole, zwischen denen die beiden Musiker ihre verdammt schlauen Klänge auslegen. Magier ohne doppelten Boden, Priester im Dienst der Sache, kein Firlefanz, kein Schabernack, keine barocken Kostüme, keine störenden Kulissen.
Archettis und Schlegels Musik lässt sich wie reifer Wein auf der Zunge zergehen. Geduld und Liebe zum Genuss sind das oberste Gebot. Man braucht eben einfach mal wieder inne zu halten und schlichtweg zuzuhören.
 
Links: www.luigiarchetti.com
 
 
 
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