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The Crow  
 
Artist: Plaistow
 
Album: The Crow
 
Katalog Nr: UTR 4249
 
Releasedatum: 09.04.2010
 
Albumdauer: 49:11
 
Line-Up: Cyril Bondi âEUR" Drums
Johann Bourquenez âEUR" Piano
Raphaël Ortis âEUR" Bass
 
Credits: Recorded during December 2009 at:
Sergey Bolshakov Studio, Moscow, by Denis Yurovsky assisted by Roman Diakonov
Sequenza, Paris, by Renaud Millet-Lacombe
DRS Studio 2, Zürich, by Andy Neresheimer
Mixed by Renaud Millet-Lacombe, Hush Sound Studio, Geneva, February 2010
Mastered by Philippe Teissier Du Cros, Paris, February 2010
 
Liner Notes: PLAISTOW âEUR" POST JAZZ TRIO
Man fragt sich, wie es die Musiker von Plaistow überhaupt schaffen, zu einem gemeinsamen Spiel zu finden. Die Trio-Form ist zwar ein klassisches Konzept, doch weisen die Musiker höchst unterschiedliche Einflüsse auf. Die Jazz-Sensibilität des Schlagzeugers kontrastiert mit der Metal-Energie des Bassisten und einem Pianisten, der sich trotz akustischem Piano stilistisch dem Elektro verschrieben hat. Cyril Bondi (dr) und Raphaël Ortis (b) sind beide bekannte Genfer Lokalgrössen, die in höchst verschiedenen Formationen mitgewirkt haben. Johann Bourquenez (p) hat seine Lehrjahre auf Wanderschaft in Frankreich absolviert und ist seit 2007 in der Genferseeregion etabliert.
Die Arbeitsmethode hat sich von selbst ergeben und reflektiert die heterogene Zusammensetzung des Trios: Die drei Energien treffen aufeinander und bahnen sich langsam einen Weg in die Richtung ihrer natürlichen Berührungspunkte. Als Ergebnis resultieren âEUR" vielmehr als endgültige Kompositionen âEUR" gestählte Motive, die sich schliesslich behaupten. Die Stücke werden ständig von neuem ihrem eigenen Entwicklungspotential unterzogen. Der Name, den Plaistow vom Squarepusher-Track Plaistow Flex Out geborgt hat, und so eklektische Referenzen wie Steve Reich oder Full CSS zeigen den Willen auf, Stile einzuverleiben anstatt sich dagegen aufzulehnen. Dies ist gar nicht so einfach, ohne sich dabei selbst zu verlieren, doch das Erfolgsrezept heisst Zeit und Talent. Das kommt Plaistow entgegen, denn die Zeit haben sie sich gegeben und das notwendige Talent dazu mitgebracht.
Seit der ersten EP Los Criminales Reciclados En Conductores De Autobuses (2007) setzt sich Plaistow mit musikalischer Frische und unverhüllten Ambitionen über Konventionen hinweg. Ihre Musik wird seit jeher sowohl gratis im Internet als auch auf aufwendig produzierten CDs angeboten, die gleichzeitig ihren Werdegang illustrieren. CD-Hüllen vom Genfer Zeichner und Graphiker Thomas Perrodin widerspiegeln von den Musikern selbst erfundene Komikfiguren, Symbolik und Inspiration. 2008 geht Plaistow diesen Weg weiter, sowohl mit ihrer zweiten EP Do You Feel Lucky als auch mit dem Projekt Mobystow âEUR" einer Zusammenarbeit mit dem marokkanischen Rapper Moby Dick, die in Fès eingespielt wird und 2009 unter dem gleichen Namen als EP erscheint. Der Bandsound gewinnt an Originalität, und letztere wird 2009 im Moods (Zürich) mit dem ZKB Jazzpreis ausgezeichnet. Jack Bambi, aufgenommen im Studio 2 des Schweizer Radio DRS in Zürich, zieht kurz darauf eine vorläufige Bilanz in Bild und Ton. Unveröffentlichtes Material wird mit den vollständigen EP-Archiven und einem Live-Mitschnitt eines Konzertes in Genf (Usine) auf einem CD/DVD Doppel-Album präsentiert.
Darauf folgen Schlag auf Schlag eine Tournee im Nahen Osten, eine mehrwöchige Arbeitsklausur in Vevey und eine Konzertreihe in Deutschland und Russland, die das nötige Material liefern für das erste Longplay-Album The Crow. In Studio-Sessions in Moskau, Paris und Zürich spielt Plaistow diese CD kurz vor Weihnachten 2009 ein. Veröffentlicht wird The Crow auf Unit Records und dem Genfer Netlabel Insubordinations. Das Doppelkonzept von Web und physischer Veröffentlichung wird beibehalten, und Konzerte am Cully Festival und in der ganzen Schweiz werden es erlauben, The Crow live zu entdecken: 2010 beginnt viel versprechend für diese dynamische junge Band.

THE CROW
Seit der Bandgründung sind fast drei Jahre verstrichen, bevor Plaistow mit The Crow ihr erstes Longplay-Album veröffentlicht. Drei Jahre angefüllt mit unzähligen Konzerten, Proben âEUR" vielleicht sollte man sagen Hör- und Experimentierfeldern âEUR" und mit dem eisernen Willen des Zuhörens. Durch die gegebene und geteilte Aufmerksamkeit der drei Bandmitglieder sind Themen entstanden, wiederkehrende Melodien, sechshändig geschriebene und ausgeführte âEURoeStückeâEUR, die sich schliesslich zu Kompositionen gruppieren, und genau davon ist die Rede auf The Crow.
Vom introspektiven Boomerang bis zum explosiven Full CSS bewegen sich die Tracks zwischen Free-Jazz, obsessiven Grooves und lyrischem Minimalismus, ohne an Kohärenz einzubüssen. Die eklektischen Genres erlauben es, verschiedene Einflüsse auszumachen âEUR" das präparierte Klavier von John Cage kommt einem ebenso in den Sinn wie das Trio von Lowell Davidson oder die poppigen Aspekte von The Bad Plus. Nahe dem Paradox, nimmt Plaistows Musik schliesslich im Niemandsland der musikalischen Ã-ffnung Gestalt an.
Amateure von Etiketten und Katalogisierung aufgepasst, denn Plaistow entspricht nur flüchtig den vorgebahnten Genres und Stilen! Ein Teil des Spasses und der Spielfreude der Musiker wird klar daraus bezogen, Spuren zu verwischen, um den Ãoeberraschungseffekt zu erhalten; komfortable Hörreflexe aufzurufen, um sie gleich wieder zu betrügen; bestimmte Phrasierungen zu integrieren, um sie in einem fremden Kontext wiederzugeben. Auf The Crow kommt der post-jazz von Plaistow als unbezähmbares polymorphes Biest daher.
 
Links: www.edogm.net/plaistow
 
 
 
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